Leszek Możdżer & Susan Weinert Global Players Trio

Susan Weinert &  Leszek Możdżer

Susan Weinert & Leszek Możdżer

Wenn der 1971 geborene Pole Leszek Możdżer heute als wichtigste Entdeckung des jüngeren polnischen Jazz und als einer der herausragenden Pianisten der internationalen Szene gilt, dann nicht zuletzt wegen seiner wegweisenden Grenzgänge zwischen Klassik und Jazz. Er ist der große Romantiker unter den europäischen Jazzpianisten. Mit Improvisationen über Themen von Frédéric Chopin begründete er seinen Ruf. Stets klammert sich sein perlendes, anschlagstechnisch unerreichtes Spiel seither an Melodien voller Lyrik und Emotion. Dabei erweist sich Możdżer gleichwohl als überragender Improvisator.

Erst mit 18 Jahren kam er zum Jazz, erspielte sich aber schnell Rang und Namen. In seiner Heimat spielte Możdżer mit den wichtigsten Jazzern des Landes wie Tomasz Stanko oder Michal Urbaniak. Seit 1994 bis heute wird er vom polnischen Magazin Jazzforum fast ausnahmslos zum besten Pianisten des Landes gewählt. Die Wahl 2011 des Magazins bestätigt endgültig die Ausnahmestellung, die Możdżer heute im polnischen Jazz hat: Sein ACT-Debüt „Komeda“ wurde zum besten Album des Jahres gewählt, und der Künstler zum besten Pianisten wie auch zum besten Musiker. International machte er sich besonders an der Seite des schwedischen Bassisten Lars Danielsson einen Namen. Gemeinsam spielten sie „Pasodoble“ (2007) und „Tarantella“ (2009) ein.

Mit seinem Soloalbum „Komeda“ wirft Leszek Możdżer einen ehrerbietenden aber eigenständigen Blick auf die Musik des legendären Pianisten Krzysztof Komeda, der durch seine Soundtracks für Roman Polanski weltweite Bekanntheit erhielt. Das Album erklomm in Polen kurz nach Veröffentlichung den ersten Platz der Pop(!)-Charts und ließ somit Weltstars wie Sting und Beyoncé hinter sich. Auch die deutsche Presse ist voll des Lobes: Die Süddeutsche Zeitung nennt Możdżer schlicht „ein Phänomen“ und spricht von einem „erlesenen Album“. Der Tagesspiegel schwärmt von seinem Ton und einzigartigen Anschlag, den man nach fünf, sechs Takten blind erkenne.

Der Gitarristin und Komponistin Susan Weinert ist etwas gelungen, was nur wenigen Musikern gelingt, sich in zwei ganz unterschiedlichen Genres weltweite Beachtung zu erspielen und einen ganz eigenen Stil & Sound zu kreieren. Von der gefeierten Jazz-Fusion Gitarristin auf der E-Gitarre in den 90er Jahren, hin zu einer ganz wichtigen und vielbeachteten Protagonistin im akustischen Lager der nylon-string Gitarristen der neuen Generation, welche sich auf den Weg gemacht haben im Spannungsfeld von Jazz, Klassik & Weltmusik neue Klangwelten zu entdecken.

Mit ihrem Debüt Album Mysterious Stories (veraBra Records / Intuition) startete sie 1992 mit einem Paukenschlag, der auch noch über dem großen Teich hörbar war, denn sofort nach dem Album Release meldete sich Jazz-Ikone Mike Mainieri um Susan Weinert als Gastsolistin für seine damals stilprägende Band Steps Ahead zu verpflichten und nicht nur das, denn Mike Mainieri bestand darauf, Susan’s eigenes Trio als opener auftreten zu lassen.

Album und Tour brachten der damals 27 jährigen Künstlerin und ihrem Trio internationale Beachtung ein und so verwundert es nicht, dass der Tourkalender immer prall gefüllt war und ist. Susan Weinert kann heute auf bereits mehr als 3000 Auftritte in der ganzen Welt mit ihrer eigenen Musik zurückblicken. 12 erfolgreiche Alben hat Susan Weinert unter ihrem Namen seitdem herausgebracht.

Mit großer Hingabe und Leidenschaft beim Vortrag ihrer Werke öffnet die sympathische Künstlerin mit ihrer faszinierenden Bühnenpräsenz dem Zuhörer weit die Türen zu der ganz eigenen und zauberhaften Klangwelt, die sie mit ihren Kompositionen erschafft. Durch den geschickten und subtilen Einsatz elektronischer Klangerzeugungen in Kombination mit den stets im Vordergrund stehenden akustischen Instrumenten, entsteht ein ganz modern-individuelles Soundkonzept mit großer Klangvielfalt.

Harmonien der Moderne und des zeitgenössischen Jazz verschmelzen mit Rhythmen aus der ganzen Welt. Dabei hinterlassen die zahlreichen Auslandsreisen und das Zusammenwirken mit Künstlern aus unterschiedlichen Kulturkreisen deutlich ihre Spuren. Orientalisch und afrikanisch gefärbte Rhythmusmuster treffen auf skandinavisch schwebende Klangkaskaden, sphärische Balladen stehen im Wechsel mit pulsierenden Grooves. In eine Schublade lässt sich dieser eigenständige Stilmix nicht einordnen.

Seit Anfang der 90er Jahre kennen und schätzen sich Leszek Możdżer und Susan Weinert. Von Anfang an herrschte eine große gegenseitige Wertschätzung der Musik des Anderen und eine gemeinsame musikalische Sprache. Auf die musikalische Begegnung des polnischen Ausnahmemusikers mit den Weinerts beim diesjährigen St. Ingberter Jazzfestival dürfen sich die Musikfreunde sehr freuen.